Kurznachricht
Weltgrößte Fundstelle fossiler Schildkröten
Im Oktober 2011 setzt der Paläontologe Oliver Wings vom Museum für Naturkunde Berlin zusammen mit Wissenschaftlern der Uni Tübingen, der chinesischen Jilin-Universität und des Paläontologischen Museums von Liaoning seine Ausgrabungen fossiler Wirbeltiere im Nordwesten Chinas fort.
Schwerpunkt der Geländearbeiten sind die fossilen Schildkröten aus der Jurazeit in der Wüstenregion um die Oasenstadt Shanshan an der Seidenstraße (Turfan-Becken). Dort befindet sich die von Wings’ Team entdeckte Fundstelle „Mesa Chelonia“ – die wahrscheinlich größte Ansammlung fossiler Schildkröten weltweit: Vor etwa 150 Millionen Jahre starben vermutlich mehrere tausend Schildkröten während einer Dürreperiode im letzten verbliebenen Wasserloch und sind so, dicht aneinander gedrängt, bis heute erhalten geblieben. Mit Hilfe einer Spezialsäge können die Knochen nun in Blöcken geborgen und in den kommenden Monaten direkt in China mit deutscher Unterstützung präpariert werden. Die exzellente Erhaltung und die große Anzahl der Schildkröten wird es den Paläontologen erstmals ermöglichen, genaue Einblicke in die komplexe Evolution asiatischer Schildkröten zu gewinnen.


