Vor 200 Jahren, am 12. Februar 1809, wurde der britische Naturforscher Charles Robert Darwin geboren; am 24. November 1859, vor 150 Jahren, veröffentlichte er sein Werk „Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl”. Die große Sonderausstellung im Museum für Naturkunde anlässlich dieses Doppeljubiläums präsentiert die zwei „Reisen” Darwins zur Evolutionstheorie: die abenteuerliche Weltumsegelung mit dem Vermessungsschiff HMS Beagle (1831-1836) und die anschließende Reise des Forschergeistes, die in der Publikation der Evolutionstheorie gipfelte.
Der Besucher begibt sich auf die Beagle und mit Darwin und den Schiffs-Offizieren auf eine Reise in die Vergangenheit. Die wichtigsten Erlebnisse, Erfahrungen und Beobachtungen werden vorgestellt und gleichsam von Darwin und seinen Reisebegleitern selbst erzählt. Im „Schiff” sind Kisten und Fässer als Vitrinen bzw. Medieneinheiten gestaltet. Zu sehen sind in erster Linie Exponate, wie sie Charles Darwin auf seiner Reise sammelte und von verschiedenen Stationen aus nach England verschickte: Gesteine, Pflanzen, Tiere und Fossilien. Wenige Originale werden als „Highlights” inszeniert.
Der zweite, eher biographisch orientierte Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Zeit bis zur Veröffentlichung seiner Erkenntnisse. Das Leben Darwins, seiner Familie sowie wichtiger Personen im Hinblick auf den wissenschaftlichen Werdegang wird in mehreren Stationen beschrieben. Es wird gezeigt, was Darwin in diesen Jahren in England erforschte und wie er schließlich doch noch einen regelrechten Wettlauf um die Evolutionstheorie gewann.
Die Darwin-Ausstellung in Berlin ist Teil eines Kooperationsprojektes mit dem Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart. Dort wird in der zweiten Jahreshälfte 2009 eine Sonderausstellung zum Thema „Evolution heute” präsentiert. Weiterhin beteiligt sich das Museum an den Aktivitäten der Deutschen Naturwissenschaftlichen Forschungssammlungen zum Darwin-Jahr 2009.
http://www.palaeo.de/tv/darwin_in_berlin
Die Ausstellung „Darwin - Reise zur Erkenntnis” wird von einem facettenreichen Veranstaltungsprogramm begleitet, das öffentliche Vorträge, Buchlesungen, Filmvorführungen, Tagungen und viele andere Veranstaltungen am Museum für Naturkunde bis zum Jahresende umfasst.
Die Vortragsreihe anlässlich des Darwin-Jubiläums spannt ihren Bogen von Leben und Werk Darwins, über die Wirkung seiner Evolutionstheorie bis hin zu Aspekten der modernen Evolutionsforschung. Sie richtet sich somit an ein an naturwissenschaftlichen, wissenschaftshistorischen und gesellschaftspolitischen Themen interessiertes Laien- und Fachpublikum. Namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen konnten für die Vorträge gewonnen werden. Die Vortragsreihe „Evolutionsforschung - Von Darwin bis heute” veranstaltet das Museum für Naturkunde in Kooperation mit der Urania Berlin. Wechselnde Vortragsorte, Eintritt im Museum: 3,50 Euro / ermäßigt 3,- Euro.
24. September: 19.30-21.00 Uhr in der Urania - Dr. Julia Voss, Kulturredaktion der FAZ: „Darwins Jim Knopf. Wie aus Jemmy Button ein Kinderbuchstar wurde.”
15. Oktober: 19.30-21.00 Uhr im Museum für Naturkunde - Dr. Antje Engelhardt, Deutsches Primatenzentrum Göttingen: „ Darwins Vermächtnis und sexuelle Signale bei Primaten.”
12. November: 19.30-21.00 Uhr in der Urania - Dr. Matthias Glaubrecht, Museum für Naturkunde Berlin: „Darwins Reisen zur Erkenntnis. Oder: der Wettlauf um die Entdeckung der Evolutionstheorie.”
10. Dezember: 19.30-21.00 Uhr im Museum für Naturkunde - Prof. Dr. Eve-Marie Engels, Universität Tübingen: „Charles Darwins Sozialethik”
20. November: 19.30-21.00 Uhr im Museum für Naturkunde. Zusatzvortrag im Rahmen des Biologentages des VBIOs - Prof. Dr. Axel Meyer, Universität Konstanz: „Wie entstehen neue Arten - Was Darwin noch nicht wusste”
Darwins aus der Evolutionstheorie abgeleitetes Engagement für eine Gleichberechtigung der Frau stellt eine für die Mitte des 19. Jahrhunderts nahezu revolutionäre und überaus fortschrittliche Haltung dar. Die für Charles Darwin selbstverständliche Gleichkheit von Mann und Frau illustriert Rainer Willmann in diesem spannenden Buch. Eintritt: 3,50 Euro / ermäßigt 3,- Euro
In der Buchpräsentation stellt der Biologiehistoriker und Mitherausgeber des Bandes Prof. Dr. Ekkehard Höxtermann, Berlin, ausgewählte Ergebnisse der botanischen Beobachtungen und Versuche Darwins vor und ordnet sie in den historischen Kontext ein. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei die Forschungen über die Bewegungen der Pflanzen. Eintritt: 3,50 Euro / ermäßigt 3,- Euro
Anlässlich des Biologentages am 21. November stellen Berliner Schüler und Preisträger des gleichnamigen Wettbewerbs des VBIO die Ergebnisse ihrer Beschäftigung mit Darwin in Bild und Text vor.
Am 24. November jährt sich die Veröffentlichung von Darwins epochalen Buch „Die Entstehung der Arten” zum 150. Mal. Das Museum für Naturkunde feiert dieses Jubiläum mit einem besonderen Festakt. Eine kurze Filmvorführung, Ausschnitte aus dem Darwin-Theaterprojekt „TrimmDichPfade” (Kooperation mit dem Jungen DT), Musik und Wein sowie ein Büchertisch laden den Besucher ein, das Darwin-Jahr Revue passieren zu lassen. Dr. Matthias Glaubrecht wird aus seinem Buch: „Es ist, als ob man einen Mord gesteht”: Ein Tag im Leben des Charles Darwin lesen, außerdem präsentieren wir Ihnen Originalbriefe Darwins, von denen Sie mit etwas Glück eine Kopie mit nach Hause nehmen können. Die Ausstellungssäle „Evolution in Aktion” und die Darwinausstellung sind an diesem Abend zur nächtlichen Besichtigung geöffnet. Eintritt: 3,50 Euro / ermäßigt 3,- Euro
Im Herbst begeben sich Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Schule Zentrum auf „Feldforschung” ins Museum für Naturkunde. Gemeinsam mit der Regisseurin Katja Fillmann und der Autorin Pamela Dürr recherchieren sie dort im Darwin-Jahr zum Thema „survival of the fittest”. Die Ergebnisse dieses Projektes werden dem Publikum am 4.12. erstmalig vollständig präsentiert. Den Besucher erwarten neue Einblicke in die Evolutionstheorie Darwins in den zur Bühne umgewandelten Ausstellungssälen. Eintritt: 3,50 Euro / ermäßigt 3,- Euro
1859 veröffentlichte Darwin sein Hauptwerk „The Origin of Species”, mit der er seine Evolutionstheorie begründete. Welche Bedeutung hat diese Theorie noch für die heutige Evolutionsforschung und vor welchen neuen Herausforderungen steht die Wissenschaft heute? Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen diskutieren im diesem Forum nicht zuletzt auch die Frage, wie die „Evolution der Vielfalt” besser geschützt werden und die Problematik des weltweiten Biodiversitätsverlustes der Öffentlichkeit und Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft vermittelt werden kann. Eine Zusammenarbeit geisteswissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Disziplinen könnte hierbei ein erster Ansatz sein. Geisteswissenschaft im Dialog versteht sich als ein Diskussionsforum für aktuelle Fragen aus Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft. Ein interdisziplinär besetztes Podium diskutiert im direkten Dialog mit dem Publikum über das, was Wissenschaft und Gesellschaft beschäftigt. Bislang haben als Referenten zugesagt: Prof. Dr. Leinfelder, Museum für Naturkunde Berlin, Dr. Elisabeth Scheiner, Deutsches Primatenzentrum Göttingen, sowie Prof. Dr. Wolfgang Welsch, Universität Jena. Eintritt frei
Biologen, Wissenschaftstheoretiker, Theologen und Journalisten setzen sich auf dieser
öffentlichen Tagung kritisch mit dem Kreationismus, aber auch biologistischen, szientistischen
Positionen auseinander. In drei Diskussionsforen werden die Defizite dieser Positionen,
ihre gesellschaftlichen Ursachen sowie Lösungsmöglichkeiten vorgestellt und diskutiert.
Zwei Hauptvorträge, gehalten von Prof. Dr. Harald Lesch, Physiker, Autor und Fernsehmoderator,
sowie von Dr. Richard David Precht, Schriftsteller und Philosoph, führen in die
Thematik ein. Organisatoren der Tagung, die von der Friedrich Stiftung gefördert
wird, sind Prof. Dr. Leinfelder, Generaldirektor des Museums für Naturkunde, und
Prof. Dr. Bayrhuber, ehemaliger Direktor des Leibniz-Institut für die Pädagogik
der Naturwissenschaften. Die Veranstaltung wendet sich an ein Laien- und Fachpublikum,
wie auch an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe.
Der Eintritt ist frei. Kontakt: evolution@mfn-berlin.de
Weitere Informationen
Geöffnet: Dienstag bis Freitag 9.30-17 Uhr; Samstag/Sonntag/Feiertags
10-18 Uhr
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Familienkarte 11 Euro,
Minifamilienkarte 6,50 Euro, Vorschulkinder freier Eintritt
Die Eintrittspreise gelten für die Sonderausstellung und die Dauerausstellung des
Museums für Naturkunde Berlin.
Das Darwin-Ticket (8 Euro, ermäßigt 4 Euro) berechtigt
zum einmaligen Besuch des Museums für Naturkunde Berlin und dem Botanischen Garten
sowie dem Botanischen Museum Berlin-Dahlem im Jahr 2009.