Fliege
Um ein naturgetreues Modell der Stubenfliege in 50facher Vergrößerung zu erhalten, modellierte Alfred Keller zuerst ein vereinfachtes "Kernmodell" des Körpers aus Ton. Dieses Tonmodell nutzte Keller, um in einem Abgussverfahren ein Gipsmodell herzustellen. Die Details formte er dann mit Plastilin, einer Art Knetgummi, auf dem Gipsmodell. Die Flügel mit sämtlichen Adern modellierte er reliefartig, goss sie ab und formte sie mit angewärmtem Zelluloid unter Druck aus. Als Keller alle Details des Körpers einschließlich der Mundwerkzeuge, Beine, Antennen und Befestigungshülsen modelliert hatte, fertigte er den endgültigen Negativabguss an und formte ihn mit Papiermaché aus.
Besonderen Wert legte Keller auf die genaue Lage und Position der einzelnen Körperhaare. Diese Haare stellte er mit eigens dafür gefertigten Prägewerkzeugen aus unterschiedlichen Materialien her und bohrte sie einzeln in den Papiermaché-Körper, bei der Fliege allein 2.653 "Borsten". Bemalt wurde das Fliegenmodell mit einer Spritzpistole, mit der die leicht schillernde Oberfläche des Chitins am besten wiedergegeben werden konnte. Um die goldene Pigmentierung auf Kopf, Rücken und Hinterleib zu erreichen, legte Keller echtes Blattgold unter.


