Das Forschungsprogramm

Sammlungskasten Schmetterlinge Unter dem Titel "Evolution der Vielfalt – Entwicklung der Erde und des Lebens" widmet sich das Museum für Naturkunde der Frage, wie die Erde entstanden ist und wie es zu jener Vielfalt und Fülle der Lebewesen auf ihr gekommen ist, die bis heute unseren Planeten so einzigartig macht.

Dabei sind die Erforschung der heutigen Vielfalt (der Biodiversität) und der Geschichte des Lebens eng miteinander verknüpft. Die am Museum betriebene Evolutionsforschung belässt es deshalb nicht dabei, Tier- und Pflanzenarten zu beschreiben und zu untersuchen, wie sie miteinander verwandt sind und wo und wie sie leben.

Unseren Systematikern, Evolutionsbiologen und Paläontologen geht es vielmehr auch darum, die Ursachen und Mechanismen der Evolution zu verstehen. Dafür werden unterschiedliche modernster Methoden eingesetzt – von der Isotopenanalyse und Molekulargenetik über die Morphologie bis hin zur umfangreichen Datenbanken. Zusätzlich werden auch Meteoriten und ihrer Einschlagskrater untersucht, die uns Einblicke in die Entstehung der Planeten, insbesondere der Erde, gewähren.

Unser Interesse gilt gleichermaßen der Geschichte der unbelebten und der belebten Erde. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Tier- und Pflanzenwelt Afrikas südlich der Sahara sowie Südostasiens und Australiens. Ein weiterer Teil unserer Projekte widmet sich dem früheren und heutigen Leben in den Meeren.

Die am Museum betriebene Forschung hilft, die Zusammenhänge im System Erde-Leben zu verstehen und die heutige Artenvielfalt besser zu schützen (entsprechend der Konvention von Rio de Janeiro 1992 zur Biodiversität). Sie ist aber auch wichtig, um zu verstehen, wie wir die natürlichen Ressourcen unseres Planeten nachhaltig nutzen und was wir tun müssen, um die natürlichen Ökosysteme und Kulturlandschaften auf Dauer zu erhalten.

Die grundlegende Bedeutung der Sammlungen und Forschung des Museums für Naturkunde lässt sich unter anderem am Beispiel des Klimawandels veranschaulichen. Unsere umfangreichen Sammlungen mit den darin enthaltenen Dokumenten (von den Organismen selbst bis zu den mit ihnen verknüpften Daten, etwa zu Vorkommen, Fundort und Fundzeit) stehen hier als ein einmaliges und umfangreiches Klima-Archiv zur Verfügung, etwa wenn es um die Verbesserung der Klimavorhersage-Modelle geht.

Ein weiteres Beispiel: Die Tiere und Pflanzen in unseren Sammlungen, einschließlich der dazugehörigen Angaben zu Vorkommen, Fundort und Verwandtschaftsbeziehungen, liefern Basisdaten etwa für den Arten- und Naturschutz (z.B. für Monitoring-Programme, zur Einschätzung der Auswirkung invasiver Arten etc.). Weitere Anwendungsfelder sind die Wirkstoff-Forschung und Lagerstättenkunde.