
Forschungsbereich
Wissenschaftskommunikation und Wissensgeschichte
Essentielle Aufgabe eines Forschungsmuseums wie dem Museum für Naturkunde ist neben der Forschung auch die Vermittlung von Forschungsmotivation, Forschungsergebnissen und Forschungswissen sowie die Kommunikation darüber mit Gesellschaft und Politik. Mit dem Forschungsbereich Wissenschaftskommunikation und Wissensgeschichte soll ein entsprechender Forschungsschwerpunkt am Museum offiziell etabliert werden. Grundgedanke ist, die Kommunikation und Vernetzung des Museums sowie die Wissensgeschichte zum Forschungsobjekt zu machen. Der Forschungsbereich besitzt zwei Aspekte: die Vernetzung und Kommunikation mit den "Kunden" des Museums (Museumsbesucher, Gesellschaft allgemein, Politik, Wirtschaft) einerseits, die Vernetzung innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft andererseits.
Basis des ersten Aspekts ist die Erkenntnis, dass es schon lange nicht mehr genügt, Forschungsergebnisse nur zu publizieren und danach darauf zu warten, dass dieses Wissen auch in praktisches Handeln umgesetzt wird, etwa durch die Politik oder durch Verhaltensänderungen in der Gesellschaft. Vielmehr muss es gelingen, durch partizipative Elemente und Methoden, durch die Aufforderung zum Mitmachen, aus Wissen Handlungsimpulse bei den "Kunden" des Museums zu generieren. Besucherbefragungen sowie die Evaluierung der museumspädagogischen und didaktischen Ansätze bei der Kommunikation von wissenschaftlichen Inhalten durch das Museum sollen eine Stärken-Schwächen-Analyse und neue Ansätze ermöglichen.
Dezidiertes Ziel ist auch die Interaktion mit kulturwissenschaftlichen Disziplinen, da Wissenschaftskommunikation immer auch eine starke kulturwissenschaftlich-soziologisch-pädagogische Komponente besitzt.
Der zweite Aspekt - die Vernetzung innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft und ihre wissenschaftliche Begleitung - fußt auf der Erkenntnis, dass nur ein konzertiertes, gemeinsames Angehen der großen Aufgaben der Biodiversitätsforschung und eine auch nach außen, für Gesellschaft und Politik klar erkennbare Aufgabenverteilung zwischen den Akteuren noch realistische Chancen bietet, dem rasanten Niedergang der Biologischen Vielfalt einen auf wissenschaftlichen Ergebnissen und ihrer Kommunikation beruhenden nachhaltigen Schutz entgegen zu setzen. Das Museum engagiert sich bereits in entsprechenden Projekten (beispielsweise dem Vorhaben "Aufbau eines Forums und eines Netzwerkes zur Biodiversitätsforschung" im Rahmen von DIVERSITAS Deutschland), die in diesem Forschungsbereich angesiedelt sind.


