
Der Schmetterlingskoffer
Die Patenschaftsaktion zum 200-jährigen Bestehen des Museums
Patenschaftsprojekt: Eine Zigarrenkiste voller Schmetterlinge
In einem alten Überseekoffer aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts schlummern rund achtzehntausend Falter ihren Dornröschenschlaf. Sie wurden gesammelt von dem Forschungsreisenden Arnold Schultze und stammen aus dem kolumbianischen Hochland. In 46 Zigarrenkästchen verpackt, warten sie auf ihre Präparation und wissenschaftliche Aufarbeitung. Literarisch wurde ihre Geschichte kürzlich von Hanns Zischler und Hanna Zeckau recherchiert und ist als Buch "Der Schmetterlingskoffer" im Galiani Verlag Berlin erschienen.
Alle 46 Zigarrenkästchen wurden nun verpatet.
Wir danken den Spendern, die mit der Übernahme der Patenschaft zum Erhalt dieser wertvollen, geheimnisvollen Schmetterlingssammlung beitragen.
Gegenwärtiger Stand (April 2012)
Die einzelnen Schachteln des Koffers haben alle ihren Paten gefunden.
Das Geld soll dazu verwendet werden, um zunächst einmal alle Falter, die sich in den Tüten befinden, zu präparieren. Dazu muss ein geeigneter Präparator oder ein Hobby-Lepidopterologe gefunden werden. Was sich so einfach anhört, ist aber viel komplizierter. Auf Grund der großen Individuenmenge (die Autoren des Buches "Der Schmetterlingskoffer" schätzen die Zahl auf 17.000 Stück) wird sich der Präparationsprozess mindestens 3 Jahre hinziehen. Pro Tag schafft es ein Präparator im Schnitt 40-50 Exemplare zu spannen. Neben der Präparation ist jedoch auch die Auflistung der Fundorte, die Ermittlung der Koordinaten, die Einordnung der Fundorte in die Reiserouten von A. Schultze und die Herstellung der entsprechenden Fundortetikette zu leisten. Diese Arbeiten sollten alle in einer Hand vereinigt sein.
Eine optimale Lösung der Aufgabe wäre mit der befristeten Anstellung eines Präparators oder dem Engagement der Mitglieder des Berliner Entomologischen Vereins Orion gegeben. Beide Varianten sind gleich gut geeignet, die präparatorische Aufarbeitung des Materials zu besorgen.
Gegenwärtig läuft der Versuch, über einen Projektantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zusätzliche Mittel zu akquirieren. Ziel des Projektantrags ist die vollständige Identifikation der Arten und die wissenschaftlichen Bearbeitung des Materials unter ökologischen, biogeographischen, historischen und naturschutzrelevanten Aspekten. Dazu benötigen wir aber die Mitarbeit von Spezialisten, die sich mit der südamerikanischen Schmetterlingsfauna auskennen. Der Projektantrag bei der DFG dient dazu, diese Arbeiten finanziell zu fördern und die entsprechenden Spezialisten nach Berlin zu holen. Eine Entscheidung darüber fällt noch in diesem Sommer.
Für den Projektantrag sind einige Tiere aus dem Schmetterlingskoffer präpariert worden. Das über 80 Jahre alte Material ist von unterschiedlicher Qualität und nicht ganz einfach zu handhaben. Trotzdem haben fast alle Tiere ihre Farben erhalten und zeigen sich in ihrer Pracht. Wir hoffen, dass damit auch das Wohlwollen der DFG Gutachter gefördert wird.
Dr. Wolfram Mey, Kustos der Schmetterlingssammlung
