Der HumboldtRing

24. September 2009

Die fünf großen, international tätigen naturkundlichen Forschungsmuseen in Berlin, Bonn, Karlsruhe, Stuttgart und München unterzeichneten heute ein Kooperationsabkommen zur Gründung eines neuen Verbunds, des „Humboldt‐Rings“, der in seiner Gesamtheit für Deutschland einmalig ist: Die beteiligten naturwissenschaftlichen Sammlungen und Forschungsinstitute bilden mit ihren zusammen über 75 Mio. Objekten umfassenden wissenschaftlichen Sammlungen, ihren zahlreichen Laboren und Bibliotheken und über 290 Wissenschaftlern die größte naturkundliche Forschungsinfrastruktur in Deutschland.

Im Einzelnen handelt es sich bei den Mitglieder um das Museum für Naturkunde Berlin, das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig (Bonn), das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe, das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart und die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns. Übergeordnetes inhaltliches Ziel ist die Förderung und der Ausbau innovativer, integrativer Forschung inklusive der dazu notwendigen Infrastruktur im Bereich der Biodiversität und Evolution sowie zu den Wechselwirkungen zwischen unbelebter und belebter Natur, der System‐Erde‐Forschung. Der Humboldt‐Ring strebt, bei gleichzeitiger Bewahrung der föderalen Eigenständigkeiten der verbundenen Institutionen eine gemeinsame Vertretung in nationalen und internationalen Angelegenheiten an. Neben den fünf Gründungsmitgliedern ist der Ring auch offen für eitere, überregional bedeutende Einrichtungen, die ebenfalls die genannten Prinzipien und Ziele unterstützen. Reinhold Leinfelder, der Gründungssprecher des Humboldt‐Rings sowie Leiter des Konsortiums „Deutsche Naturwissenschaftliche Forschungssammlungen e.V. (DNFS)“ freut sich: „Mit der Gründung des Humboldt‐Rings haben wir die Kleinteiligkeit der forschenden Naturkundemuseen in Deutschland endlich überwunden. Mitdem Humboldt‐Ring haben sich die herausragenden großen Naturmuseen aus vier  Bundesländern zu einer innovativen Verbundstruktur zusammengeschlossen. Die integrative Evolutions‐, Biodiversitäts‐ und System‐Erde‐Forschung Deutschlands hat damit einen weithin sichtbaren Leuchtturm, gleichsam ein Naturforschungs‐Synchrotron bekommen, welches wir zum besseren Verständnis der Dynamik unseres laneten und der Lösung der großen Umweltprobleme dringend benötigen. Denn nur was wir kennen und verstehen, können wir auch nachhaltig nutzen“. Die Institutionen des Humboldt‐Rings verpflichten sich zu gemeinsam abgestimmten Aktivitäten und Strategien in Forschung, Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere der gemeinsamen Nutzung und komplementärer Entwicklung ihrer Forschungs‐ und Sammlungsressourcen, der Abstimmung ihrer Sammlungs‐, Forschungs‐ und Personalpolitik, der Erarbeitung gemeinsamer Konzepte und Standards zur Verfügbarmachung und nachhaltigen Nutzung von Primärdaten und Forschungsinformation sowie der Einrichtung eines gemeinsamen wissenschaftlichen Beirats. Die Mitgliedsinstitutionen ergänzen sich hierbei und arbeiten Effizienz fördernd auf Augenhöhe zusammen. Sie fühlen sich den Qualitätsstandards der Leibniz‐Gemeinschaft verpflichtet. Der Name des neuen Verbunds wurde zu Ehren des großen deutschen Naturforschers Alexander von Humboldt gewählt, dessen auf Gelände‐ und Sammlungsarbeit eruhende, interdisziplinärer Erforschung und Vermittlung der Naturgeschichte verpflichtet fühlen.


www.humboldt‐ring.de

Stand: 11.04.2011