Architektur

Das Museum für Naturkunde bildet die repräsentative Mitte eines Ensembles, das der Architekt August Tiede (1834-1911) auf dem Gelände der ehemaligen Königlichen Eisengießerei an der Invalidenstraße errichtet hatte.

Bau einer Dreiflügelanlage
Im Jahr 1889 fanden in dem Gebäude drei zuvor eigenständige Institutionen eine neue Heimat: das Geologisch-Paläontologische, das Mineralogisch-Petrografische und das Zoologische Museum. Dieser Dreiteilung entsprach Tiede mit dem Bau einer Dreiflügelanlage im Stile der französischen Renaissance und des Barock.

Revolutionäre Neukonzeption
Zwischen 1914 und 1917 entstand ein zusätzlicher Quertrakt, da die Bestände der Sammlungen stark angewachsen waren. Noch während der Bauphase änderte man die Konzeption: Sollten Besucher ursprünglich die gesamten Sammlungen im ganzen Haus besichtigen können, entschied man sich nun dafür, die öffentlichen Ausstellungen im Erdgeschoss und die Sammlungen in den anderen Etagen unterzubringen. Diese Trennung von Schau- und Hauptsammlung galt damals als revolutionär.

Zerstörung und Wiederaufbau
Die großzügigen Ausstellungssäle umschließen einen zentralen Lichthof im Erdgeschoss des Museums. Zwei Treppenhäuser führen zu den rückwärtigen Sammlungstrakten.
Der Ostflügel des Museums wurde am 3. Februar 1945 durch Bomben vollständig zerstört. Ende 2006 begann der Wiederaufbau. Seit September 2010 sind dort die in Alkohol aufbewahrten Nass-Sammlungen des Museums sowie ein Präparatorium untergebracht.

Stand: 10.01.2014