Gorilla Bobby

Der im Jahr 1936 von Karl Kaestner und Gerhard Schröder geschaffene Gorilla „Bobby“ ist ein Meisterwerk der Präparationskunst! Er ist in der Präparationsausstellung des Museums zu sehen.

Früher Tod
Bobby kam im Jahr 1928 als etwa zweijähriger Gorilla über einen Tierhändler in den Berliner Zoo. Er war der erste Gorilla, der sich innerhalb Deutschlands von einem Affenkind zu einem erwachsenen Tier entwickelte, auch wenn er körperlich nicht ganz ausgereift war. Bobby war ein äußerst gutmütiger Gorilla. Auf einen jungen Schimpansen, den man ihm als Spielgefährten zur Seite stellte, reagierte er mit Gelassenheit. Im Jahr 1935 starb er an einer Blinddarmentzündung. Die Obduktion ergab, dass die Hypophyse – eine wichtige Drüse im Gehirn – unterentwickelt war. Dies war auch der Grund, warum er trotz seiner zehn Lebensjahre nie vollständig ausgewachsen war.

Meisterwerk der Präparationskunst
Bobby ist ein gutes Beispiel für eine besonders gelungene Dermoplastik, die noch heute als Meisterwerk der Präparationskunst gilt. Die beiden Präparatoren entwickelten dabei die Technik der Teilparaffinierung von wenig behaarten Körperpartien, die in die Dermoplastik integriert wurden. Bei dieser Imprägnierungsmethode verhindert man das Schrumpfen der Präparate beim Trocknen. Dabei wird das im Zellgewebe enthaltene Wasser durch feste Substanzen wie Paraffin oder Polyäthylenglykol ausgetauscht. Diese naturnahe Darstellung ist besonders bei Primaten wichtig, deren Gesicht, Hände und Füße eine herausragende Rolle für das äußere Erscheinungsbild spielen.

Stand: 06.11.2013