Alfred Keller und seine Modelle

Das im Jahr 1932 von Präparator Alfred Keller fünfzigfach vergrößerte Modell der Stubenfliege beeindruckt durch Detailtreue und Perfektion. Dies wurde trotz zahlreicher neuer Materialien später kaum mehr erreicht.

Vom Kern- zum Gipsmodell
Um ein naturgetreues Modell der Stubenfliege in dieser mehrfachen Vergrößerung zu erhalten, modellierte Keller zuerst ein vereinfachtes „Kernmodell“ des Körpers aus Ton. Mithilfe dieses Tonmodells stellte er dann in einem Abgussverfahren ein Gipsmodell her. Die Details formte er mit Plastilin, einer Art Knetgummi. Die Flügel mit sämtlichen Adern modellierte er reliefartig, goss sie ab und formte sie mit angewärmtem Zelluloid unter Druck aus.

Feinarbeit mit Körperhaaren
Als Keller alle Details des Körpers einschließlich der Mundwerkzeuge, Beine, Antennen und Befestigungshülsen modelliert hatte, fertigte er den endgültigen Negativabguss an und formte ihn mit Papiermaché aus. Dabei legte er besonderen Wert auf die exakte Lage und die Position der einzelnen Körperhaare. Diese Haare stellte er mit eigens dafür gefertigten Prägewerkzeugen aus unterschiedlichen Materialien her und bohrte sie einzeln in den Papiermaché-Körper.

Bemalung
Bemalt wurde das Fliegenmodell mithilfe einer Spritzpistole, mit der die leicht schillernde Oberfläche des Chitins am besten wiedergegeben werden konnte. Um die goldene Pigmentierung auf Kopf, Rücken und Hinterleib zu erreichen, legte Keller echtes Blattgold unter.

Stand: 06.11.2013