Lebende Fossilien Deep Down Under Geobiologen und Zoologen suchen altertümliche Tiere in der Tiefsee Australiens

30. November 2009


Wissenschaftler des Museums für Naturkunde Berlin, der Ludwig Maximilians-Universität München und der Universität Göttingen begeben sich ab dem 30. November im Rahmen des Projekts „Deep Down Under“ auf eine Forschungsexpedition zu den Riffen des Queensland Plateaus und des Großen Barriere-Riffs vor Australien. Hier wird das Expeditionsteam nach „lebenden Fossilien“ wie bestimmten Schwämmen, Armfüßern, Stachelhäutern, Kaltwasserkorallen und dem Perlboot Nautilus fahnden.


"Wir hoffen Organismen zu finden, die den seit Jahrmillionen nahezu unveränderten Lebensraum des Queensland-Plateau besiedeln und deren nächste Verwandte wir bislang nur als Millionen Jahre alte Fossilien kennen", sagt Carsten Lüter, Kurator für marine wirbellose Tiere am Museum für Naturkunde Berlin, der neben Gert Wörheide (Professor für Paläontologie an der LMU München) und Joachim Reitner (Professor für Paläontologie an der Universität Göttingen) die Expedition leitet. In bis zu 1000 m Tiefe wird das 15-köpfige Team, dem auch australische Wissenschaftler des Queensland Museum und der University of Queensland in Brisbane sowie der James Cook University in Townsville angehören, die Tiefsee-Fauna mit dem Tauchroboter (ROV) "Cherokee" vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen untersuchen. Zudem sollen auch Tiere in flacheren Regionen gesammelt werden, um sie mit Proben aus den tiefen Vorriff Bereichen vergleichen zu können.
Das Forschungsprojekt wird unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit Mitteln in Höhe von rund 300.000 Euro gefördert. Der Australian Research Council ist ebenfalls an diesem Projekt beteiligt. Das Forscherteam wird den Verlauf der Expedition im Internet unter www.deepdownunder.de dokumentieren. Auch eine filmische Dokumentation der Expedition ist geplant.

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Stand: 20.04.2011