Federflug – 150 Jahre Urvogel-Fund Sonderausstellung vom 18. Juni – 31. Dezember 2011 im Berliner Naturkundemuseum

17.6.2011

Anlässlich des 150. Jahrestages der erstmaligen Beschreibung der Archaeopteryx-Feder eröffnet das Museum für Naturkunde Berlin morgen eine Sonderausstellung, die sich mit dem Urvogel und der Entwicklung des Federfluges beschäftigt und einen Bogen bis zu den heute lebenden Vögeln spannt. Archaeopteryx, oft als „missing link“ zwischen Reptilien und Vögeln bezeichnet, gehört zu den berühmtesten Fossilien der Welt und ist im Original in den Ausstellungen des Museums für Naturkunde Berlin zu sehen. Erstmalig werden in der Sonderschau auch die Gegenplatte und die namensgebende Feder gezeigt. Anlässlich des Jubiläums erscheinen eine Silbergedenkmünze sowie ein Sonderpostwertzeichen.

Weshalb schmücken sich Vögel so auffällig? Welche Funktionen hat die Feder? Wann gab es die erste Feder? Wie entstand der Vogelflug? Die neue Sonderaustellung „Federflug – 150 Jahre Urvogel-Fund“, die am 18. Juni 2011 eröffnet und bis Ende des Jahres zu sehen sein wird, beleuchtet genau diese Fragestellungen. Aber die Ausstellung ist mehr – sie bezieht sich auf ein Jubiläum und zeigt erstmalig eine Sensation:
„Als am 15. August 1861 Hermann von Meyer in zwei Briefen an den Herausgeber des `Neuen Jahrbuchs für Mineralogie, Geognosie, Geologie und Petrefakten-Kunde` erstmals von einer fossilen Feder aus dem Solnhofener Plattenkalk berichtet, die er Archaeopteryx lithographica nennt und wenig später mit einem weiteren Fossilfund, dem „Skelett eines mit Federn bedeckten Thiers“ in Verbindung bringt, ahnt niemand, welche Bedeutung dieser Fund haben würde. Ich halte es für das berühmteste Fossil der Erde und unsere `Mona Lisa`“, so der amtierende Generaldirektor des Museums für Naturkunde, Dr. Ferdinand Damaschun.
Die 146 Mio. Jahre alte Vogelfeder war der Vorbote einer wissenschaftlichen Revolution. In der von Charles Darwin 1859 veröffentlichten Evolutionstheorie wies er auf die wahrscheinliche Existenz von Übergangsformen hin, die sowohl Merkmale einer ursprünglichen, aber auch Merkmale einer weiter entwickelten, neuen Art besitzen müssten. Mit dem nur zwei Jahre später entdeckten ersten Skelettfund des Urvogels konnte zum ersten Mal Darwins Überlegung bestätigt werden, denn Archaeopteryx besitzt sowohl Merkmale von Vögeln, als auch von Reptilien.
Insgesamt zehn Exemplare dieses Urvogels sind bis heute gefunden geworden. Das schönste Exemplar wurde von Werner von Siemens 1880 für das Museum angekauft und befindet sich Dank Unterstützung der WALL AG seit 2007 im Original in unseren Ausstellungen. Erstmalig werden die Gegenplatte mit besonders schönen Federabdrücken sowie die oben beschriebene Feder in einer Sonderschau gezeigt.
Die Sonderausstellung erzählt nicht nur spannenden Geschichten zu den Funden – vom unglaublichen Kuhhandel bis hin zu wahren Detektivgeschichten um ein verschollenes Exemplar – sondern es werden die wissenschaftlichen Fragestellungen der vergangenen 150 Jahre rund um Archaeopteryx beleuchtet. „Vögel sind auch deshalb so interessant, weil sie vom Menschen mit großer Symphatie betrachtet werden und den Traum vom Fliegen symbolisieren“, so Generaldirektor Damaschun. „Trotz wissenschaftlicher Forschung ist es dem Menschen aber bisher nicht gelungen, wirklich wie ein Vogel zu fliegen, also den Flügelschlag zu imitieren.“ Die Untersuchungen sind bei weitem nicht abgeschlossen. Mit neuesten Methoden, wie der Farbrekonstruktion an Hand von mineralischen Pigmenten sowie einem CT-Scan zur Untersuchung der funktionellen Anatomie, sind die Wissenschaftler bisher unbekannten Fakten auf der Spur.
Das Berliner Exemplar des Archaeopteryx ist auch auf einer Silbergedenkmünze sowie einer Sonderbriefmarke zu sehen, die ab 11. August im Handel erhältlich ist.
Rund um die Sonderausstellung gibt es ein attraktives Begleitprogramm mit spannenden Vorträgen, Filmabenden und Angeboten für Kinder und Familien.

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Stand: 22.07.2014