Paläobotanik: Paläophytikum

Pflanzenfossilien, Proterozoikum bis zum Ende des Perms

Die Sammlung mit dem Schwerpunkt Karbon (ca. 90.000 Stücke) beherbergt etwa 130.000 Makroobjekte und eine Vielzahl an Mikroobjekten, die nie gezählt wurden. Der Bestand reicht von ganzen Baumstämmen über Wedelteile bis zu kleinsten Fruktifikationen. Das nachweislich älteste Stück ist aus dem Jahr 1795, obgleich die Wurzeln der Sammlung weiter zurückreichen. Durch die aktive Forschung vermehrt sich der Sammlungsbestand ständig, aber eine Vielzahl von Holotypen und etwa 4.000 so genannte Originale machen den eigentlichen Wert der Sammlungen aus.

Proterozoikum bis Karbon
Die Sammlungen des Paläophytikums sind aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte auf Mitteleuropa konzentriert. Der größte Teil stammt aus der Königlich-Preußischen Geologischen Landesanstalt.
Aus dem Proterozoikum existieren vornehmlich Stromatolithen aus China und Australien. Das Devon ist durch Material aus dem Rheinischen Schiefergebirge gut belegt. Das Karbon ist vor allem mit Material aus Schlesien, Saar- und Ruhrkarbon vertreten, aber auch mit umfangreichem nordamerikanischem Material.

Perm
Bedeutend sind die Aufsammlungen aus dem Perm (Rotliegenden) Thüringens. Die Sammlung ist nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern auch kulturhistorisch wertvoll. Die in einem Katalog von 1836 erfassten Sammlungsstücke sind noch zu 66 Prozent erhalten. Sie umfassen unter anderem die Sammlung von Ernst Friedrich Freiherr von Schlotheim, einem der beiden Begründer der wissenschaftlichen Paläobotanik. Daneben befindet sich die Kieselholzsammlung des Forstrats Heinrich Cotta mit allen Typen der ersten Arbeit über strukturbietendes Pflanzenmaterial des Bernhard von Cotta (1832).

Typenreichtum
Durch die fast lückenlose Forschungstätigkeit der hervorragenden Fachvertreter Ch. E. Weiß, H. Potonié, W. Gothan und W. Remy ist die Sammlung besonders reich an Typen und Originalen. Sie ist geschätzt bei Kollegen unter anderem aus der Tschechei, Frankreich, England und den USA. Unterstützt werden die Aufenthalte von Gastwissenschaftlern durch Synthesys, ein EU-getragenes Austauschprogramm.

Stand: 21.05.2011