Paläobotanik - Herbar und Samensammlung

Für den wissenschaftlichen Vergleich fossiler Floren mit der heutigen Pflanzenwelt (Aktuopaläontologie) beherbergt das Museum ein Herbar („Schrader-Herbar“) mit annähernd 50.000 Blättern sowie eine Sammlung rezenter Samen (Sammlung Mai). Sie umfasst zurzeit rund 30.000 Sammlungsnummern.

Schrader-Herbar
Die rezenten Vergleichssammlungen gliedern sich in ein klassisches Herbar (Akronym: BHUPM), eine Samensammlung sowie eine kleine Zahl von Alkoholpräparaten (etwa 50).
Das sogenannte „Schrader-Herbar“ wurde zwischen 1830 und 1881 vom königlich preußischen Oberbibliothekar Dr. Johann Eduard Julius Schrader zusammengestellt. Schwerpunkte der global gestreuten Herkunft sind die Holarktis und die Neotropis. Die Pflanzen sind systematisch erfasst. Sie werden derzeit von Mitarbeitern des Museums auf säurefreies Spezialpapier des heute üblichen Standardformats umgebettet und neu etikettiert.

Samensammlung
Die Samensammlung geht auf Teile der ehemaligen Sammlungen des preußisch-geologischen Landesamtes zurück und ist mit den Namen F. Kirchheimer und R. Kräuse verbunden. Konsequent aufgebaut wurde sie aber erst seit Ende der 1950er Jahre von H.D. Mai. Heute können fast 30.000 Sammlungsnummern gezählt werden. Damit gehört diese Sammlung zu den größten Europas, deren Samenflora fast vollständig vertreten ist. Dagegen sind vor allem die asiatischen Floren noch ausbaufähig.

Wissenschaftlich besonders interessant ist die Sammlung durch ihren Umfang und durch die organisatorische Nähe zur Teilsammlung fossiler Samen - vor allem des Tertiärs - mit etwa 150.000 Sammlungseinheiten. Die Sammlungen sind durch ein Karteisystem vollständig erfasst.

Stand: 06.09.2012