Johann Christoph Friedrich Klug

2. Direktor des Zoologischen Museums von 1818–1856

  • *05.05.1775 Berlin, †03.02 1856 Berlin
  • 1795–1797 Medizinstudium Universität Halle
  • 1797 Promotion zu Dr. med.
  • 1798-1811 Armenarzt in Berlin
  • ab 1805 Mitglied der Freimaurerloge Zum flammenden Stern (1814-1820 Meister vom Stuhl)
  • 1812-1820 Stadtphysikus
  • 1818 (bis zum Tod)  Professor für Medizin und Entomologie an der phil. Fakultät an der Universität Berlin und Zweiter Direktor des Zoologischen Museums der Universität Berlin sowie Direktor des Botanischen Gartens
  • Ebenfalls 1818 wurde er in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt
  • 1823 Medizinrat beim Berliner Polizeipräsidium
  • ab 1828 Direktor der wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen
  • 1835 wurde er Geheimer Obermedizinalrat und Vortragender rat in der Medizinalabteilung des Ministeriums der geistlichen Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten

 

Werke: neben zahlreichen Monografien zwei größere Sammelwerke: „Entomologische Monographien“ (mit 10 Kupfertafeln), Berlin 1824 und „Jahrbücher der Insektenkunde“, Berlin 1834

 

Anmerkungen: C.L. Koch zitiert häufig Spinnentiere aus der Berliner Sammlung als „Klug, Königl. Sammlung in Berlin“.

 

Carl Eduard Adolph Gerstaecker

Kustos für Entomologie von 1857-1876

  • *30.08.1828 Berlin, 20.06.1895 Greifswald
  • Studium 1847–1851 Medizin und Naturwissenschaft (besonders Zoologie) an der Universität Berlin
  • 1851 Dr. med., Umiversität Berlin
  • 1853 Gehilfe am Zoologischem Museum der Universität Berlin
  • 1855 Dr. Phil., Universität Berlin
  • 1856 Habilitation für das Fach Zoologie
  • 1874 Professor Universität Berlin
  • 1876 Professor Universität Greifswald

Werke: u.a. Monographie der Endomychiden, 1858; Kapitel „Arthropoda“ im Handbuch der Zoologie (mit Wilhelm Peters und Julius Victor Carus), 1863-1875; Abschnitt „Arthropoda“ in H.G. Bronns „Klassen und Ordnungen des Tierreichs“ (Band 5, 1. Abteilung, 1866-79, 1901; unvollendet)

Anmerkungen: Sein bedeutendste Spinnentierewerk war:  Gliederthierfauna des Sansibargebietes. In.: von der Decken, C.C. (Hrsg.). Reisen in Ost-Afrika in den Jahren 1859-1865. C. F. Winter, Leipzig & Heidelberg. 3, 461-503.

 

Ferdinand Anton Karsch

Kustos für Entomologie von 1889–1921

  • *02.09.1853 Münster, † 20.12.1936 Berlin
  • Promovierte an der Friedrich-Wilhelms-Universität
  • 1878 Assistent am Zoologischen Museum Berlin
  • 1881 Anstellung an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin
  • 1895 Professur
  • 1915 beendigte er seine Tätigkeit als dozent an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin
  • Lebte in seinen späteren Lebensjahren offen homosexuell in Berlin
  • Starb 1936 an einer Rippenfellentzündung

 

Weke: u.a. Katalog über Spinnen in Westfalen (zwischen 1873 u. 1893) , Herausgeber der Fachzeitschrift Berliner Entomologische Nachrichten u. Entomologische Zeitschrift sowie mehrere Werke über Homosexualität bei Menschen und Tieren;

Anmerkungen: Karsche hat u.a. folgende Spinnengruppen beschrieben: Acontius, Heterothele, Holothele, Megalostrata u. Myrmarachne

 

Friedrich Dahl

Kustos 1898–1922

  • *24.06.1856 Rosenhoferbrok in Holstein, † 29.06.1929 Greifswald
  • Studium in Leipzig, Freiburg, Berlin und Kiel
  • 1887 Habilitation in Kiel
  • 1896–1897 Forschungsreisen im Bismarck–Archipel
  • 1887–1897 Privatdozent an der Universität Kiel
  • 1889 Teilnahmen der Plankton–Expedition der Alexander–von–Humboldt–Stiftung
  • ab 01.04.1898 erster direkter Kustos für Spinnentiere und Tausendfüßer am Zoologischem Museum der Friedrich–Wilhelm–Universität (Eintritt ins Museum unter seinem ehemaligen Lehrer Moebius)
  • 19.06.1899 Hochzeit mit Maria Johanna Dahl (geborene Grosset)

 

Werke: u.a. begründete er die wissenschaftliche Bücherreihe: Die Tierwelt Deutschlands und der angrezenden Meeresteile nach ihren Merkmalen  und nach  ihrer Lebensweise (konnte selbst nur kurze Zeit daran arbeiten); Anleitung zu zoologischen Beobachtungen. In: Wissenschaft und Bildung. Band 61. 2., verbesserte Auflage. Quelle & Meyer, Leibzig 1929; Tiergeographie. In: Enzyklopädie der Erdkunde. Teil 10. F. Deuticke, Wien 1925.

 

Erich Karl Hesse

Kustos 1922–1940

  • *25.11.1874 Leipzig, † (vermisst) Mai 1945 Berlin
  • 1894–1899 Studium Universität Leipzig
  • 1899 Promotion zum Dr. phil., Universität Leipzig
  • 1909–1911 Assistent an der Kaiserlichen Biologischen Anstalt für Land– und Forstwirtschaft Berlin–Dahlem
  • 1911–1916 wissenschaftlicher Hilfsarbeiter  in der ornithologischen Abteilung des Zoologischen Museums der Friedrich–Wilhelms–Universität (unter A. Reichenow)
  • 1916–1918  Kustos der Sammlungen des Leipziger Zoologischen Instituts
  • 1918–1922 erneute wissenschaftliche Arbeit am Naturkundemuseum  zu Berlin (Ornithologie) und Kustos der Schausammlungen am Museum
  • 1921 gewünschte Nachfolge von A. Reichenow als Kustos der Ornithologie scheitert
  • ab 1922 Kustos der Spinnentierabteilung

Werke: u.a. über Balzflüge u. Stimmen d. Weihen u. d. Sumpfohreule aus d. Luch– u. Brutgebieten, ebd. 62, 1914; Zur Ornis d. Mark Brandenburg, ebd. 64, 1916.

 

Alfred Kästner

Kustos 1946–1949

  • *17.05.1901 Leipzig, † 03.07.1971 München
  • 1924–1929 Studium an der Universität Leipzig
  • 1929 Promotion zum Dr. phil. (bei Meisenheimer)
  • 1930–1941 beschäftigung am Naturkundemuseum in Stettin (zunächst als Assistent dann als Kustos)
  • 1946–1949 Kustos der Arachnologischen Abteilung im Museum für Naturkunde zu Berlin
  • 1949 kommissarischer Direktor am Museum für Naturkunde zu Berlin
  • 1951–1957 Direktor am Museum für Naturkunde zu Berlin
  • 1957–1957 Professor für spezielle Zoologie an der Universität München und 1. Direktor der Naturwissenschaftlichen Sammlungen des Bayerischen Staates

Werke: u.a. Bau und Funktion der Fächertracheen einiger Spinnen. Springer, Berlin 1929; Lehrbuch der spezielen Zoologie. 2 Bände, 1955 und 1963.

 

Wolfgang Crome

Kustos 1955–1967

  • *29.05.1927 Berlin, † 24.05.1967 Berlin
  • 1946–1950 Biologiestudium an der Humboldt–Universität zu Berlin (Student von Alfred Kästner)
  • 1950 Magisterexamen
  • 1951 Assistentenstelle am Zoologischen Museum
  • 1953 Promotion (Arbeit über Respirations– und Zirkulationsorgane der Argyroneta aquatica)
  • 1953 Oberassistent im Museum für Naturkunde zu Berlin
  • 1955–1967 Kustos für Spinnentiere u. Tausendfüßer am Museum für Naturkunde zu Berlin

Werke: u.a.: Taranteln, Skorpione und Schwarze Witwen: Ein Streifzug durch das Reich der "giftigen" Spinnentiere Wittenberg & Umgebung, A. Ziemsen Verlag, 1956. 1. Auflage Neue Brehm–Bücherei, Die Wasserspinne, Leipzig, Akademische Verlagsgesellschaft/Wittenberg, A. Ziemsen Vlg., 1951; Mitautor vom Urania Tierreichband 2: Wirbellose 2.

 

Manfred Moritz

Kustos 1967–1996

  • *12.09.1931 Obrawalde [Polen]
  • 1951–1956 Studium Ernst–Moritz–Arndt–Universität in Greifswald
  • 1956 wissenschaftlicher Assistent Ernst–Moritz–Arndt–Universität in Greifswald
  • 1961 Promotion Ernst–Moritz–Arndt–Universität in Greifswald
  • 1962 Studiumsaufenthalt am Zoologischen Systematischen Institut in Budspest (Arbeiten überOribatiden mit Prof. Dr. J.Balogh)
  • 1967–1996 Kustos der Arachnologischen Abteilung im Museum für Naturkunde zu Berlin

Werke: u.a. zahlreiche Typenkataloge über Spinnentiere und Tausendfüßer am Museum für Naturkunde zu Berlin (siehe Typenkataloge); mehrere Werke zur Systematik der Hornmilben: Populationsdynamik der Oribatidengemeinschaft (Acarina) eines norddeutschen Erlen–Eschenwaldes. Biologische Beiträge, 1962. Über die Oribatidengemeinschaft (Acari: Oribatei) norddeutscher Laubwaldböden, unter besonderer Berücksichtigung der die Verteilung regelnden Milieubedingungen. Pedobiologia 3, 142–243

Stand: 19.12.2011