Kustoden der Sammlung Crustacea


Franz Martin Hilgendorf
5.12.1839-5.7.1904

war erster Kustos der Crustaceen-Abteilung. Bereits als Student arbeitete er, von Peters betreut, in den zoologischen Sammlungen der Universität. Vom Oktober 1863 bis Januar 1867 war Hilgendorf wieder als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Zoologischen Museum tätig, von 1868 bis 1876 dann in verschiedenen Stellungen in Hamburg, Dresden und Tokyo. Erst im Dezember 1876 kehrte er für immer nach Berlin zurück und schenkte dem Museum seine japanischen Sammlungen. Im Herbst 1877 betraute ihn Wilhelm Peters als Assistent mit der Verwaltung der Abteilung Krebse und Würmer, 1880 wurde er zum Kustos berufen. Hilgendorf war später verantwortlich für die Abteilungen Fische, Crustaceen, Würmer (bis 1887) und die Bibliothek.


Ernst Vanhöffen
15.11.1858-14.6.1918

Im Winter 1897/98 war Vanhöffen für ein halbes Jahr als Gehilfe in der Crustaceen-Abteilung tätig, ging danach jedoch wieder nach Kiel zurück, um erst 1906 als Kustos die Abteilung Crustacea in Berlin für ein Jahrzehnt zu übernehmen. Wissenschaftlich widmete sich Vanhöffen der Bearbeitung des Isopoden-Materials der Valdivia-Expedition, an der er selbst teilnahm. Seine wertvollen Sammlungen, seine Reisewerke, vor allem aber die zoologischen Ergebnisse der Deutschen Südpolar-Expedition haben auch heute noch große Bedeutung für die Wissenschaft.


Johannes Thiele
1.10.1860-5.8.1935

betreute die Crustaceen-Abteilung von 1899-1905. Er übernahm danach als Kustos die Molluskenabteilung des Museums.


Adolf Schellenberg
24.11.1882-16.5.1954

Adolf Schellenberg, vorher Assistent bei Prof. Kükenthal in Breslau, war nach einer Kriegsverletzung im April 1918 durch Kükenthal nach Berlin geholt worden. 1924 wurde er zum Kustos und Professor berufen, von 1939 an war er stellvertretender Direktor des Zoologischen Museums. Schellenbergs Arbeit galt fast ausschließlich den Crustaceen, vorrangig den Amphipoden, wobei er nicht nur die Taxonomie und Systematik der Gruppe bearbeitete, sondern auch anatomische und morphologische Untersuchungen machte und ökologische sowie zoogeographische Forschungen einbezog. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit betreute er auch viele Jahre die Hauptbibliothek.


Hans Eckhard Gruner
*15.5.1926

Professor Gruner studierte 1947-1951 in Berlin Biologie. Er wurde von Alfred Kaestner ab 1.1.1952 als Assistent zunächst in der Hymenopteren-Abteilung eingesetzt. Als jedoch Adolf Schellenberg durch einen Schlaganfall völlig ausfiel, übernahm Herr Gruner die Crustaceen-Abteilung. Die Promotion unter Alfred Kaestner als Doktorvater erfolgte 1953. Im Jahre 1958 wurde Herr Gruner als Kustos der Crustaceen-Abteilung berufen. Im Jahre 1962 habilitierte er sich. 1975-1978 war Herr Gruner Leiter der Abteilung Öffentliche Ausstellungen des Museums für Naturkunde. Von 1970-1973 lehrte und forschte Herr Gruner an der Universität in Basrah im Süden des Irak. Die wissenschaftlichen Leistungen seiner 40-jährigen Lehr- und Forschungstätigkeit finden sich auf dem Gebiet der Isopodologie, neben taxonomischen und ökologischen auch funktionsmorphologische Studien.
Nachdem Kaestner 1972 starb, übernahm Herr Gruner die Herausgabe des „Lehrbuch für Spezielle Zoologie“ und verfaßte später den Band Crustacea. Herr Gruner war auch bei anderen Sammelwerken und Zeitschriften viele Jahre lang als Herausgeber tätig (Bronns Klassen und Ordnungen des Tierreichs, Crustaceorum Catalogus, Mitteilungen aus dem zoologischen Museum Berlin, Zoologischer Anzeiger). Im Herbst 1989 erfolgte die Ernennung zum Professor. Bald darauf wählten die Mitarbeiter Herrn Gruner als Direktor des Museums für Naturkunde. Professor Gruner ging am 31.12.1991 in den Ruhestand, betreute die Crustaceen-Abteilung aber noch weiter bis Oliver Coleman am 15.2.1996 diese Aufgabe übernahm.


Prof. Dr. Hans-Eckhard Gruner zusammen mit Dr. Charles Oliver Coleman