|
|
|
|
Die zoologischen
Sammlungen sind in ihrer Aufstellung, Konservierung und
Dokumentation fast so vielgestaltig wie die Organismengruppen und
die Spezialgebiete der langen Reihe betreuender Kustoden.
Entsprechend unterschiedlich sind auch die Pflege- und
Verwaltungsanforderungen, nicht zuletzt infolge der wechselvollen
Geschichte der Sammlungsteile, einigen kriegsbedingten Schäden und
Verlusten, die insbesondere die Dokumentation betreffen. Mit wenigen
Ausnahmen ist die Zugänglichkeit und Dokumentation jedoch
inzwischen gut. Leihverkehr und Arbeitsmöglichkeiten für
Gastwissenschaftler lassen sich in befriedigender Weise
organisieren. Manchmal ist noch ein recht hoher Zeitaufwand für
Recherchen nach bestimmtem Material nötig, und eine EDV-Erfassung
der Sammlungsbestände ist zur Zeit nur in kleinen Teilbereichen im
Zuge des Leihverkehrs und der Bearbeitung bzw. Neuübernahme von
Sammlungen und eigene Aufsammlungen zu leisten. Dies hängt auch
damit zusammen, dass eine Einigung auf ein für alle
Naturkundemuseen und spezifische Sammlungserfordernisse kompatibles
Programm nur zögerlich zustande kommt, bzw. dieses noch in der
Erprobung ist. Die laufenden GBIF - Projekte werden diesen Prozess
jedoch beschleunigen helfen. Auch ist zu berücksichtigen, dass eine zuverlässige
und nach moderneren systematischen Kriterien erfolgende Dateneingabe
(oft nach umfangreichen Literaturrecherchen) von dem Kustos selbst
unternommen werden muss: geographische Angaben der Qualität „angekauft
aus Deutsch Ostafrika, 1.III.1913“ oder „Südpazifik“ sind
durchaus häufig zu findende Katalogeintragungen; verblasste oder
ehemals außen an den Gläsern angeklebte und in den Kriegswirren
abgefallene ‘Labels’ erforderten und erfordern oft heute noch
die Identifizierung von z.B. Typusindividuen nach
Literaturbeschreibungen; frühere Verschmelzungen von umfangreichen
Sammlungen ohne zulängliche Katalogdokumentation (z.B. die ehemals
getrennten alten anatomischen und zoologischen Sammlungen) bereiten
bis in die heutige Zeit Identifikations- und Zuordnungsprobleme.
Dies sind sicher keine Spezifika unserer Sammlung allein, vielleicht
hier nur besonders akzentuiert. Die alte Eingangsbuch- und
Kartei-Registratur erlaubt jedoch in den meisten Fällen eine hohe
„Zugriffsgeschwindigkeit“, zumindest nach taxonomischen
Kriterien auf Art- und Gattungsebene. Tiergeographische und
Großgruppen umfassende systematische Recherchen dauern im
allgemeinen etwas länger.
|